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5. Mai - Europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

Der Europäische Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung wird seit 1992 jährlich am 5. Mai begangen. An diesem Tag wollen wir besonders darauf hinweisen:

Die für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung erforderlichen rechtlichen Grundlagen sind noch immer nicht ausreichend geschaffen beziehungsweise umgesetzt worden.

 

190506 Protesttag Baustelle klein 

 
Viele der sonst im ganzen Land üblichen Aktionen können aufgrund der besonderen aktuellen Lage nicht stattfinden. Ein Bündnis aus mehreren Organisationen der Behindertenbewegung organisiert daher einen Online-Protesttag. Dazu wird es 
 
am 5. Mai ab 14:00 Uhr einen Livestream mit vielen tollen Gästen und Überraschungen geben.
 

In Zeiten von Corona / Covid-19 ist das Thema Gleichstellung von Menschen mit Behinderung nicht weniger wichtig – ganz im Gegenteil.


Die betroffenen Menschen werden nun im öffentlichen Raum noch weniger wahrgenommen als sonst. Viele ihrer Probleme verstärken sich nun sogar noch.
„Social distancing“ – also das Abstandhalten zwischen den Menschen - ist plötzlich das Gebot der Stunde. Also das Gegenteil von dem, was sich die meisten wünschen: Nähe und Austausch mit der Familie, mit Freunden und Bekannten.
 
Die Belastungen des Gesundheitssystems durch die Ausbreitung des Virus SARS-CoV-2 und die damit verbundene Lungenerkrankung COVID-19 betreffen viele Menschen mit Behinderung oder chronischen Erkrankungen mehrfach. Für viele ist es gar nicht möglich immer Abstand zu halten um eine Ansteckung möglichst zu vermeiden. Wer auf pflegende Hände oder Assistenzleistungen angewiesen ist, hat es in diesen Zeiten noch schwerer. Nicht jeder ist in der Lage sich ohne Hilfe ausreichend zu schützen. Für andere wiederum ist ein Mundnasenschutz sehr schlecht für die Kommunikation. Viele gehörlose Menschen sind darauf angewiesen den Mund und die Mimik ihres Gegenübers zu sehen – normale Masken sind hier also ungeeignet.
 
Hinzu kommt, dass sowohl der Zugang zu diagnostischen Maßnahmen als auch die zeitnahe therapeutische Versorgung derzeit immer noch stark auf die Bewältigung der COVID-19-Erkrankung konzentriert sind. Die Verschiebung von Behandlungen und Therapien kann für viele Verschlechterungen des körperlichen Zustands bedeuten. Und sie kann zu zusätzlichen psychischen Belastungen führen. Viele Menschen, die bereits von psychischen Erkrankungen betroffen sind, leiden unter den momentanen Bedingungen besonders stark.
 
So sehr wir alle unter der momentanen Situation leiden, sie bietet auch Chancen. Es zeigt sich jetzt noch deutlicher, dass Wirtschaftsleistung und Gewinnmaximierung nicht alles sind. Das Virus zeigt, dass alle Menschen auf Solidarität und die Unterstützung anderer angewiesen sind. Der eine mehr als der andere, die eine früher als die andere. Daher gilt es sich weiter für die Rechte von Menschen mit Behinderung und die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention einzusetzen. Das ist natürlich ein Thema für jeden Tag im Jahr. Wir hoffen aber nächstes Jahr den 5. Mai wieder nutzen zu können um in einer besonders bunten und lebendigen Form darauf aufmerksam zu machen.
 
 
 
 

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