Drucken

Europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

Social Media Aktion: Texte, Photos, Videos gesucht! 

5. Mai 2021 - Europäischer Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung:

Bereits seit 1992 erinnert uns der Protesttag alljährlich am 5. Mai daran: Die erforderlichen rechtlichen Grundlagen für eine wirkliche Gleichstellung von Menschen mit Behinderung sind noch immer nicht ausreichend geschaffen beziehungsweise umgesetzt worden!

#5Mai: Auch 2021 gibt es einen Europäischen Protesttag der Menschen mit Behinderung! Dieses Mal starten wir eine gemeinsame Aktion mit dem Behindertenbeauftragten Bayern zum Thema Corona.

Hier sind unsere Videos und wir hoffen ihr macht mit: postet euer Video auf Facebook mit dem #5Mai. Wogegen protestiert ihr?

#SelbstbestimmungInCorona #Inklusion #gleichstellungincoronazeiten

Wir auf facebook

 

Thomas Bannasch, der grantige Geschäftsführer der LAG SELBSTHILFE Bayern e.V.:

">Video mit Untertiteln

Dieses Video ist außerdem jeweils mit Audio Description bzw. DGS über folgende Links direkt auf dem YouTube-Kanal zu sehen bzw. hören:

Video mit Audio Description

Video mit DGS

 

Dunja Robin und Ummahan Gräsle, Netzwerkfrauen Bayern:

">Video mit Untertiteln

Dieses Video ist außerdem jeweils mit Audio Description bzw. DGS über folgende Links direkt auf dem YouTube-Kanal zu sehen bzw. hören:

Video mit Audiodescription

Video mit DGS  

 

Die Corona-Krise verhindert nun bereits zum zweiten Mal in Folge, dass der Protesttag in gewohnter Weise Anlass sein kann für zahlreiche bunte, lebendige Veranstaltungen in ganz Bayern und weit darüber hinaus. Veranstaltungen bei denen man lautstark darauf hinweisen kann, was in Sachen Gleichstellung noch nicht erreicht werden konnte. Aber gleichzeitig auch Veranstaltungen die zeigen wie bereichernd es ist, wenn Menschen aller Altersklassen, ob mit oder ohne Behinderung, gemeinsam im öffentlichen Raum etwas auf die Beine stellen. Und dabei trotz ernster Anliegen auch Spaß haben!

Die Pandemie-Situation verhindert aber nicht nur, dass die betroffenen Menschen am 5. Mai so aktiv und sichtbar sein können, wie es nötig wäre. Die nun schon über ein Jahr andauernde Krise macht nur noch deutlicher, wie schnell die Interessen und Bedarfe von Menschen mit chronischer Erkrankung oder Behinderung übersehen oder hintangestellt werden. Das Zusammentreffen und der Austausch mit anderen Menschen mit ähnlichen Erfahrungen ist gerade im Bereich der Gesundheitsorientierten Selbsthilfe traditionell von zentraler Bedeutung. Nun heißt es immer wieder: Gruppentreffen nicht möglich, Abstand halten, abwarten … „Social distancing“ scheint immer noch nötig zum Überleben, aber für immer mehr Menschen werden die Nöte dadurch immer größer.

Die Impfkampagne zeigte wiederholt Schwachpunkte. Menschen mit schweren Vorerkrankungen oder Behinderungen wurden in der ursprünglichen Priorisierung oft übersehen. Vor allem an jene, die nicht in Einrichtungen leben, hat man lange nicht ausreichend gedacht – genauso wenig wie an deren pflegende Angehörige und Assistenten sowie enge Bezugspersonen. Selbst die Registrierung für einen Impftermin stellte viele Menschen vor größte Herausforderungen. Gerade unter den besonders gefährdeten Menschen befinden sich viele, die sich nicht oder nur mit viel Aufwand und Unterstützung den zusätzlichen bürokratischen Herausforderungen der letzten Wochen und Monate stellen können.
Menschen mit Behinderung oder Vorerkrankung haben oft ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von Covid-19. Dazu kommt, dass sie sich gleichzeitig oft schlechter gegen diese Risiken schützen können.

In vielen Fällen wurden und werden Behandlungen von bestehenden oder neu aufgetretenen Erkrankungen aus Angst, sich in der Praxis oder Klinik zu infizieren, verschoben oder verdrängt. Die psychischen und seelischen Folgen all dieser Umstände sind bislang noch gar nicht wirklich ausreichend bedacht. Gerade für Menschen mit seelischen oder psychischen Vorbelastungen besteht die erhöhte Gefahr langfristiger Folgen. Die Krise verschärft den chronischen Mangel an geeigneten psychotherapeutischen Behandlungsplätzen.

In den letzten Jahren stand das Thema Barrierefreiheit am Protesttag wiederholt im Mittelpunkt. Und was in „normalen“ Zeiten schon oft nicht wirklich gut klappt, wird in Zeiten einer Krise erst recht zum Problem. Etwa im Bereich barrierefreier Kommunikation. Politik und Verwaltung tun sich schwer, ihre Beschlüsse verständlich zu kommunizieren. Die schnelle Abfolge von Veränderungen der vielen Vorschriften und Einschränkungen macht es nicht leichter. Der Gebrauch von vielen medizinischen, wissenschaftlichen und anderen bisher für viele Menschen nicht geläufigen Begriffen macht es sehr schwer allen Bürger*innen barrierefrei und verständlich die nötigen Informationen zur Verfügung zu stellen.

Trotz aller Fehler und Probleme, die in einer so außergewöhnlichen Situation zumindest teilweise unvermeidlich scheinen, bietet diese vielleicht auch Chancen. Es zeigt sich deutlicher denn je, dass alle Menschen auf Solidarität und die Unterstützung anderer angewiesen sind. Eine Pandemie kann man nur durch ein solidarisches Miteinander überwinden. Das Ziel einer offenen und gerechten Gesellschaft setzt diese Solidarität auch in normalen Zeiten voraus. Gleiche Rechte für Menschen mit Behinderung sind hierbei eine zentrale Bedingung.


Hinweis auf Twitter-Aktion des Deutschen Behindertenrates anlässlich des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung

„Deine Stimme für Inklusion – mach mit!“

Es erheben Vertreter*innen des DBR-Sprecherrats und des DBR-Arbeitsausschusses ihre Stimmen auf dem Twitter-Kanal @dbr_info und erläutern in kurzen Statements, was es aus ihrer Sicht braucht, damit mehr Inklusion und Teilhabe umgesetzt werden.

Pressemitteilung der BAG SELBSTHILFE:
Inklusion von Menschen mit Behinderung mit mehr Nachdruck vorantreiben!