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BRCA-Netzwerk - Hilfe bei familiärem Brust- und Eierstockkrebs e.V.

In Deutschland erkranken jährlich rund 75.000 Frauen an Brustkrebs. Die häufigste Krebserkrankung bei Frauen tritt in den allermeisten Fällen sporadisch nach der Menopause auf. 

Es gibt aber auch Familien, in denen diese Krankheit gehäuft und oft in frühem Alter vorkommt - nicht selten kombiniert mit einer erhöhten Rate an Eierstockkrebs in der Familie und/oder Brustkrebs bei männlichen Familienmitgliedern. In diesen Fällen muss die Möglichkeit einer erblichen Belastung überlegt werden. Es könnte sich um eine angeborene Mutation in den sog. BRCA*-Genen handeln, die mit einem stark erhöhten Erkrankungsrisiko einhergeht.

Seit der öffentlichern Erklärung der US-Schauspielerin Angelina Jolie im Jahr 2013 über die Gründe für ihre prophylaktische Mastektomie und die Entfernung der Eierstöcke zwei Jahre später ist das Thema „erblicher bzw. familiärer Brust- und Eierstockkrebs“ in den Fokus gerückt. Die Nachfrage besorgter Frauen nach Beratung und ggf. Testung stieg sprunghaft an und ist nach wie vor hoch.

Um das Risiko einer Genmutation einschätzen zu können, wurden vom Deutschen Konsortium für familiären Brust- und Eierstockkrebs Einschlusskriterien definiert, die ein erhöhtes Risiko vermuten lassen:

Wenn eines dieser Kriterien erfüllt ist, ist eine Beratung in einem der Zentren für familiären Brust- und Eierstockkrebs angezeigt. Die Wahrscheinlichkeit einer Genmutation kann in einer Beratung anhand des Stammbaums berechnet werden; für die Klärung muss ein Gentest durchgeführt werden.

Für Frauen (und Männer) aus Hochrisikofamilien ergeben sich ganz besondere Belastungen und Fragen wie zum Beispiel:

Insbesondere die Frage, für welches Vorgehen (Früherkennung, prophylaktische Mastektomie) sie sich entscheidet, beschäftigt viele der betroffenen Frauen.

Um Klarheit und Unterstützung bei der Entscheidungsfindung zu diesen Fragen zu erhalten, ist es oft sehr hilfreich, sich mit anderen betroffenen Frauen austauschen zu können. Darum haben wir vom BRCA-Netzwerk lokale und damit wohnortnahe Gesprächskreise ins Leben gerufen. Dort werden alle Themen besprochen, die im Zusammenhang mit dem familiären Risiko und einer eventuellen Erkrankung auftauchen. Auch die Fragen und Themen, die nach einer Krebserkrankung wichtig sind, finden dort Platz. Frauen können sich mit anderen austauschen und so ihren eigenen Weg finden. Wir achten darauf, dass alle zu Wort kommen und niemandem etwas übergestülpt wird. 

Der Münchner Gespächskreis des BRCA-Netzwerks trifft sich jeden 3. Montag im Monat um 19 Uhr in den Räumen der Bayerischen Krebsgesellschaft in der Nymphenburger Straße 21a. 

Weitere Informationen zum Thema gibt es auf der Internetseite des BRCA-Netzwerks unter: www.brca-netzwerk.de.

Traudl Baumgartner

* BRCA 1 und BRCA 2, vom engl. BReast CAncer = Brustkrebs

BRCA-Netzwerk - Hilfe bei familiärem Brust- und Eierstockkrebs e.V.

Logo von BRCA-Netzwerk - Hilfe bei familiärem Brust- und Eierstockkrebs e.V.

Gesprächskreis München
Traudl Baumgartner

Mobil: 0151/ 61 06 61 66
E-Mail: traudl.baumgartner@brca-netzwerk.de