Europaweiter Protesttag für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 6. Mai 2019 auf dem Münchner Marienplatz

 
Baustelle Inklusion
 
Unter dem Motto „#Mission Inklusion – die Zukunft beginnt mit dir!“ veranstaltete das „Aktionsbündnis 5. Mai“ unter Federführung der LAG SELBSTHILFE Bayern e.V. auch dieses Jahr einen Protesttag. Bei der Veranstaltung unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Dieter Reiter wurde sichtbar, dass das Thema Inklusion in den letzten Jahren deutlich weiter in die Mitte der Gesellschaft gerückt ist. Allerdings gibt es immer noch in vielen Lebensbereichen Benachteiligungen für Menschen mit Behinderungen, welche eine gleichberechtigte Teilhabe verhindern.
 
Interessierte Besucher und Passanten nutzten die Gelegenheit sich auf der „Baustelle Inklusion“ selbst ein Bild zu machen und mit Betroffenen und Experten ins Gespräch zu kommen. Ein Gemeinschaftsstand verschiedener (Selbsthilfe-)organisationen bot zusätzliche Informationen. Diverse Mitmachaktionen sprachen Jung und Alt an und machten Inklusion spielerisch erfahrbar. Beispielsweise gab es die Möglichkeit, Rollstuhlbasketball selbst zu erproben und zu erleben. Auf der Bühne sorgten unter anderem die inklusive Rockband Route Rockers sowie die bekannte, gehörlose Dance-Künstlerin Kassandra Wedel für themenbezogene Unterhaltung und gute Laune. Selbsthilfevertreter legten in einer Gesprächsrunde auf der Bühne dar, wie wichtig das Thema Barrierefreiheit hinsichtlich einer inklusiven Alltagswelt ist. Schwerpunkt war hierbei die Bedeutung der Barrierefreiheit für Menschen mit Sinnesbehinderungen.
 
Abschluss und Höhepunkt der Veranstaltung war das gemeinsame Einreißen einer aus Karton-Elementen errichteten Mauer, auf deren „Mauersteinen“ Teilnehmer*innen und Besucher*innen des Protesttages zuvor all jene Dinge geschrieben hatten, die einer inklusiven Gesellschaft noch im Wege stehen.
 

Aus der Arbeit der LAG SELBSTHILFE Bayern e.V.

Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes (BTHG)

AG Verhandlungen Rahmenvertrag
Derzeit wird die Mittagsverpflegung in Werkstätten diskutiert. Hier geht es insbesondere um Abrechnungsfragen, aber auch um die schwierige Umsetzung in der Praxis. In der AG nähert man sich zudem der Frage an, wie die neue Fachleistung ab 2023 aussehen soll. Die LAG Selbsthilfe Bayern e.V. hat hierzu einen eigenen Vorschlag verfasst, der zeitnah auf unserer Webseite zur Verfügung gestellt wird.
 
AG § 99 AVSG – Instrument der Bedarfsermittlung
Am 1. Juli 2019 fand eine Sitzung der AG §99 AVSG statt. Hierbei wurde die aktuelle Fassung des Bedarfsermittlungsinstruments vorgestellt und in weiten Teilen verabschiedet. Offen blieb die Frage, wer die Befragung in Zukunft durchführen wird. Die LAG Selbsthilfe Bayern e.V. hat in der Sitzung ihre Forderung nach einer dritten Stelle, die unabhängig von Leistungsträgern und Leistungserbringern die Bedarfe von Menschen mit Behinderungen ermittelt und in dessen Organisation die Selbsthilfe eine maßgebliche mitbestimmende Rolle übernehmen soll, bekräftigt.
 

Bayernweiter Fachtag für Vertreter*innen der erweiterten unabhängigen Beratungsstellen (EUTB)

Am 3. April veranstalteten die Freie Wohlfahrtspflege zusammen mit der LAG SELBSTHILFE Bayern e.V. einen „Tag der Begegnung der EUTB-Dienste in Bayern“. Gastgeber war das Bayerische Sozialministerium. Kerstin Schreyer, Bayerische Sozialministerin, sprach ein Grußwort. Thomas Bannasch, Geschäftsführer der LAG SELBSTHILFE Bayern e.V., hielt einen Eröffnungsvortrag zum Thema „Teilhabeberatung – Bedeutung und Zielsetzung der EUTB für Menschen mit Behinderungen“. Das Herzstück der Veranstaltung diente der gegenseitigen Begegnung und dem Austausch in Worldcafés. Darüber hinaus war Frau Dr. Diana Peitel, Projektleiterin Fachstelle Teilhabeberatung, Berlin, und Herr Alfons Polczyk, Referatsleiter im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, zu Gast. Sie informierten zur „Aktuellen Situation der Umsetzung, der Evaluation und der Nachbesserungsbedarfe“ bei den EUTBS.

 

Anhörung zur Fortschreibung „Bayerischer Aktionsplan“ und Beteiligungsveranstaltung des Bayerischen Sozialministeriums

Anfang Juni beteiligte sich die LAG SELBSTHILFE Bayern e.V. an einer Expertenanhörung im Sozialausschuss des Bayerischen Landtags zum Thema „Stand der Umsetzung der vor zehn Jahren in Kraft getretenen UN-BRK in Bayern“. Die Stellungnahme der LAG SELBSTHILFE Bayern e.V. ist auf unserer Website abrufbar.
Tags darauf organisierte das Bayerische Sozialministerium eine Fachtagung zur Fortschreibung des bayerischen Aktionsplans Inklusion bei dem die LAG SELBSTHILFE Bayern e.V. verschiedene Workshops mit moderierte. Die Diskussionsergebnisse dieser Workshops sollen in die Weiterentwicklung des bayerischen Aktionsplans einfließen.
 

Sitzung des Bayerischen Landesbehindertenrates

Bei der 30. Sitzung des Bayerischen Landesbehindertenrates wurde über den aktuellen Stand bei der Novellierung des Bayerischen Behindertengleichstellungsgesetzes (BayBGG) berichtet. Darüber hinaus wurde umfangreich über das Projekt „Entwicklung einer Autismus-Strategie-Bayern“ berichtet.
Nähere Informationen können gerne bei der Geschäftsstelle der LAG SELBSTHILFE Bayern e.V. erfragt werden.
 

Veranstaltung des Deutschen Jugendherbergwerkes (DJH), LV Bayern: Barrierefreies Reisen in Jugendherbergen

Das Deutsche Jugendherbergswerk Landesverband Bayern e.V. und die Bayern Tourismus Marketing GmbH informierte in Zusammenarbeit mit der LAG SELBSTHILFE Bayern e.V. über die allgemeinen Chancen und Herausforderungen des barrierefreien Tourismus, das Informations- und Kennzeichnungssystem „Reisen für Alle“ und die zertifizierten Jugendherbergen in Bayern.
 

Vollversammlung des Sozialen Netz Bayern (SNB)

Im April traf sich das SNB unter Federführung des DGB, Landesverband Bayern. Herr Holger Kiesel, Bayerischer Behindertenbeauftragter, war zu Gast, stellte sich und seine Arbeitsschwerpunkte Arbeit, politische Teilhabe sowie Wohnen vor und tauschte sich im Anschluss mit den Teilnehmer*innen im SNB aus. 
 

Runder Tisch Patienten- und Pflegeangelegenheiten

Im Juli stellte sich der neue Patienten- und Pflegebeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Prof. (Univ. Lima) Dr. Peter Bauer MdL, in der Runde des von ihm geleiteten Runden Tisches Patientenangelegenheiten vor. Um die Bedeutung der Pflege weiter zu verdeutlichen, erfolgt ab sofort eine Namensänderung in „Runder Tisch Patienten- und Pflegeangelegenheiten“. Geplant sind neben regelmäßigen Treffen dieses Gremiums, in dem Vertreter des gesamten Gesundheitssystems mitwirken, auch ein gemeinsamer Internetauftritt auf dem „Patienten- und Pflegeportal Bayern“ sowie die Neuauflage der Broschüre zum Thema „Patientenberatung in Bayern“ mit erweitertem Titel „Patienten- und Pflegeberatung in Bayern – Eine Übersicht“.
Der Patienten- und Pflegebeauftragte betonte unter anderem seine Absicht bürgernah zu agieren und die Wichtigkeit einer positiven Darstellung sowohl professioneller Pflege als auch der Pflegeleistung von Angehörigen.
 

Sitzung des Landespflegeausschusses

Bei der Neuwahl des Vorsitzes dieses Gremiums im Juni wurde Frau Staatsministerin Melanie Huml als Vorsitzende bestätigt. Wichtiger Tagesordnungspunkt war die „Konzertierte Aktion Pflege“ (KAP) zur bedarfsgerechten Weiterentwicklung der Situation in der Pflege. Die Ergebnisse der fünf Arbeitsgruppen dieses gemeinsamen Projektes dreier Bundesministerien (BMG, BMFSFJ, BMAS), an dem neben Kranken- und Pflegekassenverbänden und Verbänden der Leistungserbringer unter anderem auch Verbände der Selbsthilfe beteiligt sind, wurden in einem über 180 Seiten starken Bericht zusammengefasst. Daraus sind nun Handlungsvorgaben für die Umsetzung auf Landesebene abzuleiten um die Situation in der Pflege mit „mehr Ausbildung, mehr Personal und mehr Geld“ zu verbessern.
Weitere Informationen im Internet.


Zahlen der Selbsthilfeförderung nach SGB V §20h für das Jahr 2019

Nach Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände in Bayern wird die Selbsthilfe in Bayern im Jahre 2019 mit folgenden Summen gefördert:

GESAMTBETRAG:
über 10,3 Millionen Euro,

  • örtliche Selbsthilfegruppen (pauschal und projektbezogen) sowie die örtlichen Fördergemeinschaften (mittelbare Gruppenförderung): 5,7 Millionen Euro,

  • Landesorganisationen der SELBSTHILFE: 1,8 Millionen Euro,

  • Selbsthilfekontaktstellen: knapp 2,8 Millionen Euro;
 

Förderung durch die Gesetzlichen Krankenkassen nach SGB V, § 20h - Benennung der Selbsthilfevertreter*innen (örtliche Ebene) für die Amtszeit 2020 - 2023

Wenn Sie als Selbsthilfevertreter*in im Rahmen der Selbsthilfegruppenförderung der GKV - örtliche Ebene - kandidieren möchten, melden Sie sich bitte schriftlich mit der Bewerber-Erklärung bei der Spitzenorganisation, der Ihre Selbsthilfegruppe angehört mit Nennung der Geschäftsstelle des Runden Tisches, bei dem Ihre Gruppe den Förderantrag stellt.

Alle erforderlichen Unterlagen stehen auf den Homepages der Selbsthilfesäulen und der Geschäftsstellen der Runden Tische zum Download bereit.
Die Bewerbungen müssen bis 15. September 2019 eingereicht werden.
 

BAG SELBSTHILFE e.V.

Youtube-Kanal "Mein Weg ins Berufsleben"
Auf dem youtube-Kanal der BAG SELBSTHILFE gibt es Beispiele zu sehen, wie der Weg ins Berufsleben für Menschen mit Behinderungen verlaufen kann. 
 

Regelmäßige Publikationen unserer Mitgliedsverbände und ihrer Bundesvereinigungen

 

Weitere Veranstaltungen und Informationen

Rehadat mit neuer Online-Suche

Das neue Portal REHADAT-Hilfsmittel ging mit dem deutschlandweit umfangreichsten Marktüberblick im Mai online. Es umfasst rund 13.000 Hilfsmittel und technische Arbeitshilfen sowie über 2600 Hersteller- und Vertriebsadressen. Das offizielle Hilfsmittelverzeichnis der Gesetzlichen Krankenversicherung ist in das Portal integriert.
 

Befragung zur Reform des SGB VIII

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bereitet aktuell die Reform des Sozialgesetzbuches VIII (SGB VIII, Kinder- und Jugendhilfe) vor und führt dazu einen umfassenden Dialogprozess durch. Das Mainzer Institut für Kinder- und Jugendhilfe ist mit der wissenschaftlichen Begleitung beauftragt worden und bittet junge Menschen und deren Eltern bzw. Pflegeeltern um ihre Beteiligung an einer Befragung. Man kann Erfahrungen mit und Erwartungen an die Kinder- und Jugendhilfe in einem Fragebogen äußern.

Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM):

Hinweis aus dem Medienrat
Die Website der BLM ist als barrierefrei zertifiziert worden und wird aufgrund der erfolgreichen Absolvierung des BITV-Tests in der „Liste 90 plus“ für vorbildliche Webangebote aufgeführt. Dessen Bewertung ergab „gut zugänglich“ für Menschen mit Behinderung. Ziel ist es jetzt beim nächsten Test als „sehr gut zugänglich“ bewertet zu werden.
 

Meldungen aus der Presse

Landesrahmenvertrag in Thüringen unterzeichnet

Thüringen hat einen Landesrahmenvertrag zur Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes für Menschen mit Behinderung erarbeitet und unterzeichnet. In den meisten übrigen Bundesländern laufen entsprechende Verhandlungen noch oder stehen an. In dem Landesrahmenvertrag seien insbesondere die Grundsätze einer neuen personenzentrierten Leistungsform gemeinsam definiert worden. Betroffene hätten nun die Möglichkeit, frei zu entscheiden, bei welchem Leistungserbringer sie welche Leistungen in welcher Form in Anspruch nehmen wollten. Im Sinne der Menschen mit Behinderungen wäre ein großer Schritt in Richtung Personenzentrierung und Selbstbestimmung getan, so die Thüringische Sozialministerin Heike Werner.
aus: Medieninformation 128 des Thüringer Ministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie vom 6. Juni 2019

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Die LAG SELBSTHILFE Bayern e.V. wird aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales gefördert.
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