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LAG Informationen 3/2016

"Sparen bei Menschenrechten? Hürden weg! Chancen her!"

Anlässlich des Europaweiten Protesttages für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai 2016 präsentierten wir uns ausnahmsweise am 4. Mai auf dem Münchner Odeonsplatz unter obigem Motto.

Unsere Erwartungen, dass die Bundesregierung die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention endlich ernsthaft vorantreibt und an einem Bundesteilhabegesetz (BTHG) arbeitet, das die Diskriminierungen in den derzeitigen gesetzlichen Regelungen für Menschen mit Behinderungen und chronischer Krankheit beseitigt, haben sich nicht erfüllt. Schon im Arbeitsentwurf zum geplanten BTHG vom Dezember 2015 zeichnete sich ab, dass es durch das neue Gesetz sogar zu Verschlechterungen der Lebensbedingungen von Menschen mit Behinderung und chronischer Krankheit kommen könnte.

So hatte die ganztägige Veranstaltung unseres Aktionsbündnisses von 35 Verbänden und Initiativen unter unserer Federführung auch dieses Jahr die Zukunft der gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit Behinderung und der damit verbundenen anstehenden Reform der Eingliederungshilfe zum Inhalt.
 
Der Vormittag begann mit einer Diskussion zwischen der Bayerischen Behindertenbeauftragten, Irmgard Badura, und Josef Mederer (CSU), Präsident des Bayerischen Bezirketages zum Thema „Tatsächliche Teilhabe gewährleisten“. Ihnen schloss sich die Diskussionsrunde „Teilhabechancen und Chancengleichheit, wo wir leben“ mit Friederike Steinberger (CSU), stellvertretende Präsidentin des Bezirkstages OBB, den Bezirksrätinnen Beate Jenkner (Die LINKE) und Petra Tuttas (Bündnis 90/Die Grünen), dem Bezirksrat Gerhard Wimmer (SPD) sowie Eva Gottstein (MdL, FW), und Thomas Bannasch, LAG SELBSTHILFE Bayern e.V., an. Herr Bannasch brachte zum Ausdruck, dass das geplante BTHG bis jetzt eine herbe Enttäuschung für Menschen mit Behinderung ist. Die Chancen auf eine selbstbestimmte Lebensführung von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung hängen wesentlich von der Ausgestaltung des neuen Gesetzes ab.
 
Auch dieses Jahr stellten sich die Mitglieder des Aktionsbündnisses außerdem an 26 Ständen rund um den Odeonsplatz vor. Dort gab es neben Informationen über deren Arbeit auch weitere Informationen zu den auf der Bühne angesprochenen Themen. 
 
Hier finden Sie einen Bericht zur Veranstaltung.
 

Aus der Arbeit der LAG SELBSTHILFE Bayern e.V.

 

Bundesteilhabegesetz (BTHG)

Der Geschäftsführer der LAG SELBSTHILFE Bayern e.V. konnte bei unterschiedlichen Gelegenheiten die Kritikpunkte am vorliegenden Gesetzesentwurf erneut zur Sprache bringen. Bei der Verbandsanhörung zum BTHG im Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration im Mai wurde deutlich, dass sowohl die Leistungserbringer und die Leistungsträger als auch die betroffenen Menschen mit Behinderung große Kritik am vorliegenden Gesetzesentwurf üben. Auch beim Gespräch mit den sozialpolitischen Sprechern der Landtagsfraktionen und der LAG öffentlichen und freien Wohlfahrtspflege am 02.06.2016 wurde deutlich, dass der vorliegende Gesetzesentwurf dringend in weiten Teilen überarbeitet werden muss. Beim Fachgespräch mit dem Ausschuss für Arbeit und Soziales, Jugend, Familie und Integration des bayerischen Landtags am 14.06.2016 wurden die ersten Änderungen im Kabinettsbeschluss verkündet. Leider bleiben die Änderungen bis jetzt weit hinter den Erwartungen zurück.
Nähere Informationen zu den Forderungen der Selbsthilfe finden Sie auf der Homepage der BAG SELBSTHILFE 
 

Novellierung Bayerisches Behindertengleichstellungsgesetz (BayBGG)

Anlässlich des sozialpolitischen Werkstattgesprächs der CSU Landtagsfraktion wurden unter Beteiligung der Landesbehindertenbeauftragten Frau Irmgard Badura erste Anliegen hinsichtlich einer Neufassung des bayerischen Behindertengleichstellungsgesetzes diskutiert. In einer Sondersitzung wurde dem Landesbehindertenrat am 22.06.2016 die Möglichkeit eingeräumt, sich diesbezüglich näher einzubringen. Die LAG SELBSTHILFE Bayern e.V. benannte dabei den größten Handlungsbedarf in den Bereichen Barrierefreiheit, Bildung, Selbstbestimmung und der verbindlichen Umsetzung des Gesetzes.
 

Patientennetzwerk Bayern (PNB)

Als Mitglied des PNB beteiligte sich die LAG SELBSTHILFE Bayern e.V. an der Koordinierung der Patientenvertretung zwischen Bundesebene und allen Bundesländern. In den meisten Ländern werden derzeit Strukturen zur Koordinierung eingeführt. Mit der gemeinsamen Gründung des PNB vor mehr als zehn Jahren sind deren Mitglieder, darunter die LAG SELBSTHILFE Bayern e.V., bundesweit die Vorreiter.

 

Runder Tisch Patientenangelegenheiten des Pflege- und Patientenbeauftragten MdL Hermann Imhof

Der Runde Tisch tagte im  April. Die LAG SELBSTHILFE Bayern e.V. diskutierte mit den anderen Teilnehmer/innen über ein gemeinsames Positionspapier zum Entlassmanagement. Ferner informierte der Medizinische Dienst der Krankenversicherung in Bayern (MDK Bayern) über geplante Veränderungen der Begutachtung von Pflegebedürftigkeit. Aktuell läuft eine Aufklärungskampagne. Der MDK Bayern führt gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege sowie den Pflegekassen regionale Informationsveranstaltungen für alle Interessierten durch.
Die Termine werden auch auf den Internetseiten bekannt gegeben.
Die neue Broschüre "Patientenberatung in Bayern - eine Übersicht" kann im Büro des Patientenbeauftragten angefordert oder auf der Homepage heruntergeladen werden.
 

LAG SELBSTHILFE e.V. Mitglied im neuen Beirat beim MDK Bayern

Nach erfolgreicher Interessenvertretung der Selbsthilfeorganisationen auf der Bundesebene, darunter die BAG SELBSTHILFE e.V., wird 2016 in jedem Bundesland ein neuer Beirat beim MDK eingerichtet. In Bayern übernimmt die LAG SELBSTHILFE Bayern e.V. einen Sitz im Beirat und so werden diejenigen, die von Pflegebedürftigkeit und/oder Behinderung betroffen sind, ihre Interessen in diesem Gremium selbst vertreten und sich für Selbsthilfe der Betroffenen und Angehörigen einsetzen können. 

 

Selbsthilfeförderung der gesetzlichen Krankenkassen nach SGB V § 20h

Zahlen der Selbsthilfeförderung nach SGB V §20h für das Jahr 2016

Nach Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände in Bayern wird die Selbsthilfe in Bayern im Jahre 2016 mit folgenden Summen gefördert:

Gesamtbetrag: 6,7 Mio. EURO;
örtliche Selbsthilfegruppen: 3,4 Mio. EURO;
örtliche Fördergemeinschaften (mittelbare Gruppenförderung): 580.000 EURO;
Landesorganisationen der SELBSTHILFE: über eine Million EURO;
Selbsthilfekontaktstellen: 1,7 Mio. EURO;

Die Förderlisten zur Selbsthilfeförderung der Landesorganisationen sowie der Selbsthilfekontaktstellen liegen der LAG SELBSTHILFE Bayern e.V. vor und können bei Bedarf bei Frau Dr. Schmidt-Wiborg unter der E-Mail-Adresse petra.schmidt-wiborg@lag-selbsthilfe-bayern.de angefordert werden.

 

Terminankündigung: Selbsthilfevertretertreffen im Oktober in München

Am 18. Oktober 2016 wird von 11 bis 14 Uhr das jährliche Treffen der Selbsthilfevertreter/innen an den Regionalen Runden Tischen in der Geschäftsstelle der LAG SELBSTHILFE Bayern e.V. stattfinden.

 

Fristen zur Einreichung von Anträgen für Fördermaßnahmen für das Jahr 2017

 

Förderung der Fortbildung von Personal in der Rehabilitation und von Maßnahmen für Familien mit Behinderten und Geschwisterkindern

Einreichung der Förderanträge bei der LAG SELBSTHILFE Bayern e.V. bis spätestens 1. Oktober 2016!

Förderung von Selbsthilfegruppen für Menschen mit Behinderung oder chronischer Krankheit

Einreichung der Förderanträge für das Haushaltsjahr 2017 bei der LAG SELBSTHILFE Bayern e.V. bis spätestens 1. November 2016! 

Förderung von Freizeit-, Bildungs- und Begegnungsmaßnahmen

 
Zum 01.01.2017 wird eine neue „Richtlinie der Bayerischen Bezirke zur Förderung von Maßnahmen zur Teilhabe von Menschen mit Behinderung (Freizeit-, Bildungs- und Begegnungsmaßnahmen)“ in Kraft treten. Sie enthält Änderungen gegenüber der bisherigen Regelung.
Einreichung der neuen Förderanträge bei der LAG SELBSTHILFE Bayern e.V. bis spätestens 1. Oktober 2016
Die neuen Anträge erhalten Sie in unserer Geschäftsstelle.
 

Netzwerkfrauen Bayern

 

Projekt „Frauenbeauftragte in Einrichtungen der Behindertenhilfe“

Nach 3 Jahren Laufzeit ist das Projekt „Frauenbeauftragte in Einrichtungen der Behindertenhilfe in Bayern“ Ende 2016 abgeschlossen. Die LAG Selbsthilfe Bayern e.V. und die Netzwerkfrauen Bayern laden am 17. November 2016 in München zu einer Abschlussveranstaltung ein. Hier soll über das Projekt und seine Zukunft gesprochen werden. Die im Projekt geschulten Frauenbeauftragten und ihre Unterstützerinnen werden sich dort auch vorstellen.
Weitere Informationen/Anmeldung finden Sie hier
 

BAG SELBSTHILFE e.V.

Patientenbeteiligung im G-BA

Die Patientenbeteiligung im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) hat eine eigene Internetpräsenz bekommen. Hier sind alle wesentlichen Informationen über die Arbeit von Patientenvertreter/innen im G-BA sowie Informationen und Hilfestellungen für die benannten Patientenvertreter/innen, die diese auch interaktiv nutzen können, verfügbar.

 

Neue Broschüre: „Wir in der Schule: Chronische Erkrankungen und Behinderungen im Schulalltag – Informationen aus der Selbsthilfe“

In der Broschüre wurden zu 58 Krankheitsbildern entsprechende Hinweise und Tipps aus der Selbsthilfe zum Umgang mit betroffenen Schülerinnen und Schülern zusammengetragen. Mit den in der Broschüre enthaltenen Krankheitsbeschreibungen und Hinweisen soll die Informationslage von Eltern und Lehrkräften verbessert, aber auch die Kooperation zwischen Schulen und Selbsthilfeorganisationen gestärkt werden.
Kostenlos zu bestellen unter: BAG SELBSTHILFE e.V., Harald Gawenda, E-Mail:         harald.gawenda@bag-selbsthilfe.de, Tel.: 0211-31006-0, Fax: 0211-31006-48
Online herunterzuladen unter: www.bag-selbsthilfe.de/wir-in-der-schule.html
 
 

Fachdienst Integration Taubblinder Menschen (ITM)

Einführungsveranstaltung für Taubblindenassistenz

ITM bietet am 17./18. September in den Räumlichkeiten des Landesverbandes der Gehörlosen Bayern e.V. in München wieder eine Einführungsveranstaltung für Taubblindenassistenz an. Diese ist besonders für hörgeschädigte Personen gedacht, die Interesse an Taubblindenassistenz haben. Es werden Gebärdensprachdolmetscher anwesend sein. Geeignete Teilnehmer/innen können danach mit Unterstützung von erfahrenen Assistent/inn/en und ITM schon einfache Assistenzeinsätze übernehmen. Weitere Informationen: Fachdienst ITM, Schwanthalerstr. 76/Rückgebäude, 80336 München, Tel.: 089-551966-82, Fax: 089-551966-84, E-Mail: info@fachdienst-itm.de
 


Regelmäßige Publikationen unserer Mitgliedsverbände und ihrer Bundesvereinigungen

 

Informationen unserer Mitgliedsverbände

Wettbewerb inklusive Kinder- und Jugendarbeit

Der Bundesverband für körper- und mehrfachbehinderte Menschen  e.V. (bvkm) schreibt in Kooperation mit der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) einen Wettbewerb für die inklusive Kinder- und Jugendarbeit aus. Gesucht werden außerschulische und sozialräumliche Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung bis zum Alter von 21 Jahren. Bewerbungsfrist ist der 19. September 2016.
Weitere Informationen: Lisa Eisenbarth, Tel.: 0211/64004-27, E-Mail: jugend@bvkm.de, Internet: www.bvkm.de/unsere-themen/kindheit-familie/

 

Ausschreibung des Förderpreises Leben pur 2017 „Gesundheit und Gesunderhaltung bei Menschen mit komplexer Behinderung“

Das Wissenschafts- und Kompetenzzentrum der Stiftung Leben pur prämiert eine Arbeit, Konzepte oder Projektbeschreibungen aus der oder für die Praxis, die sich mit obigem Thema auseinandersetzt. Einsendeschluss ist der 30. November 2016.
Weitere Informationen: Stiftung Leben pur, Garmischer Str. 35, 81373 München, Frau Dr. Nicola Maier-Michalitsch, E-Mail: michalitsch@stiftung-leben-pur.de, Internet: www.stiftung-leben-pur.de
 
Dt. MS Gesellschaft, Landesverband Bayern e.V.:
Broschüre „Unsichtbare Symptome der MS“
Zu bestellen unter: Tel.: 089/236641-0, E-Mail: social@dmsg-bayern.de
Broschüren „InfoGuide“, „Die Symptomatische Therapie“,
Zu bestellen unter: Tel.: 089/236641-0
 
Bundesvereinigung Lebenshilfe:
Broschüre „Die Deutschen Grund-Rechte in Leichter Sprache“
Zu bestellen unter (2,-€ pro Heft zzgl. Bearbeitungsgebühr): E-Mail: info@leichte-sprache.org
 
FortSchritt Starnberg e.V.:
Mitbewohner für Wohngemeinschaft (WG) gesucht
In der FortSchritt Konduktiv ambulant betreuten Wohngruppe mit modernen, frisch renovierten WG-Räumen in Starnberg sind noch 2-3 Plätze frei. Neben den Zimmern mit barrierefreien Bädern gibt es z.B. eine große Wohnküche und eine Dachterrasse mit Blick auf die Berge.
Besichtigung und weitere Informationen: FortSchritt Starnberg e.V., Claudia Wagner, Tel.: 08151 / 916949-33,
E-Mail: claudia.wagner@fortschritt-ggmbh.de, Internet: www.fortschritt-bayern.de
 

Weitere Veranstaltungen und Informationen

Bundesfachstelle Barrierefreiheit eröffnet

Im Juli wurde die bei der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See angesiedelte Bundesfachstelle Barrierefreiheit auf Grundlage des novellierten Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) eröffnet. Sie soll die Behörden und Verwaltungen, und im Rahmen ihrer Möglichkeiten auch die Wirtschaft und die Zivilgesellschaft zur Umsetzung der Barrierefreiheit beraten und unterstützen. Ihre Arbeit soll von einem Expertenkreis begleitet werden, dem mehrheitlich Vertreterinnen und Vertreter der Verbände von Menschen mit Behinderung angehören. Weitere Informationen: www.bundesfachstelle-barrierefreiheit.de
 

Bayerischer Tag der pflegenden Angehörigen

Herman Imhof, Patienten- und Pflegebeauftragter der Bayerischen Staatsregierung, lädt am 8. September von 10.30h-ca. 14.00h unter dem Motto „Eine Gesellschaft braucht pflegende Angehörige mit Zukunft“ in den Bayerischen Landtag. U.a. sollen Angehörige die Möglichkeit erhalten, ihre Anliegen vorzubringen. Weitere Informationen: www.patientenportal.bayern.de
 

Ratgeber zur Elternassistenz

Eltern zu sein mit Behinderung ist eine besondere Herausforderung. Eine kostenlose Broschüre des Familienratgebers der Aktion Mensch informiert über die sogenannte „Elternassistenz“.
Weitere Informationen: https://www.familienratgeber.de/div/aktuell/meldung.php?nid=565
 

Meldungen aus der Presse

6-Punkte-Papier zum Bundesteilhabegesetz

Der Deutsche Behindertenrat, die Fachverbände für Menschen mit Behinderung, der Paritätische Wohlfahrtsverband, die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung und der Deutsche Gewerkschaftsbund haben ein 6-Punkte-Papier zum Entwurf des Bundesteilhabegesetzes verabschiedet. Ziel ist, eine breite Öffentlichkeit über Forderungen zum Referentenentwurf zu informieren und entsprechende Nachbesserungen im Gesetzgebungsverfahren zu erreichen.
SH-NEWS, Selbsthilfenetzwerk Sachsen vom 12.5.2016
 

Mehr Klarheit und geringer Aufwand bei Heilmitteln

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat die langfristige Verordnungsmöglichkeit von Heilmitteln neu geregelt. In der Heilmittel-Richtlinie sind zukünftig diejenigen Diagnosen gelistet, bei denen von einem langfristigen Heilmittelbedarf auszugehen und somit auf ein Antrags- und Genehmigungsverfahren generell zu verzichten ist. Zudem können Versicherte, bei denen keine der gelisteten Diagnosen vorliegen, bei ihrer Krankenkasse eine langfristige Heilmittelgenehmigung beantragen. Bei Nichtbeanstandung durch das Bundesministerium für Gesundheit tritt die Neuregelung frühestens zum 1. Januar 2017 in Kraft.
kobinet-Nachrichten vom 20. Mai 2016
 

Neue deutschsprachige Übersetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK)

Da Deutsch keine offizielle Sprache der Vereinten Nationen ist, mussten die deutschsprachigen Länder eine eigene Übersetzung der UN-BRK in Auftrag geben. An der jetzt veröffentlichten Neuübersetzung der UN-BRK im Bundesgesetzblatt für Österreich haben sich Deutschland und die Schweiz leider nicht beteiligt. Das Außenministerium hat darin in Zusammenarbeit mit Interessenvertretungen der Menschen mit Behinderungen eine Korrektur der ursprünglichen deutschsprachigen Übersetzung erarbeitet. Das Wiener Zentrum für Selbstbestimmtes Leben spricht von einer gelungenen Zusammenarbeit. Die Neuübersetzung, das Fakultativprotokoll und die gesetzlichen Regelungen zum Bundes-Monitoringausschuss stehen nun über den Handel zur Verfügung.
kobinet-Nachrichten vom 29. Juni 2016
 

Bayerische Grüne erstellen Aktionsplan zur Inklusion

B90/Die Grünen Bayern haben einstimmig als erste Partei in Deutschland beschlossen einen Aktionsplan Inklusion zu erstellen. Dieser soll spätestens in einem Jahr vorgelegt werden. Er soll eine Stärken- und Schwächenanalyse bei den bayerischen Grünen sowie Maßnahmenempfehlungen insbesondere zu den Feldern Politische Teilhabe, Barrierefreiheit sowie Arbeit und Beschäftigung beinhalten.
kobinet-Nachrichten vom 18. April 2016
 

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Die LAG SELBSTHILFE Bayern e.V. wird aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration gefördert.

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Neu: Beilagen-Reihe der LAG-Informationen

Wir möchten das Thema „Jugend – Partizipation – Inklusion“ im außerschulischen/außerberuflichen Bereich in den kommenden Ausgaben der LAG-Informationen aufgreifen. Deshalb gibt es zu dieser Informations-Ausgabe erstmals eine Beilage des Deutschen Jugendherbergswerks, Landesverband Bayern e.V.:

 

 

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Jugendherbergen in Bayern

 

Inklusion und Integration – ein wegweisender Schritt in die Zukunft

Inklusion ist heute ein wichtiges Thema in der Politik, aber auch bei allen Behindertenverbänden und Institutionen, die für Bildung und Erziehung junger Menschen zuständig sind – also insbesondere Schulen, Kindergärten, Ausbildungsstätten und Betriebe. Jugendherbergen haben sich in ihrem Grundverständnis schon immer als aufgeschlossene Einrichtungen gesehen, die sich dem Leben in der Gemeinschaft und dem friedvollen und freundschaftlichen Miteinander verschrieben haben. Damit Inklusion gelingt ist zunächst die Bereitschaft von allen gefragt, jeden Menschen in seiner Einmaligkeit anzuerkennen. Dem Landesverband liegt das Projekt Inklusion am Herzen, da jeder eine Reise antreten können sollte, unabhängig von verschiedenen Beeinträchtigungen.

 
Ziel ist es, eine inklusive Jugendherberge im Sinne einer „Jugendherberge für alle“ zu schaffen und sich als traditioneller Partner von Schulen auch außerhalb der Schulen als inklusiver Lernort zu verstehen. Dabei stehen die bayerischen Jugendherbergen keineswegs erst am Anfang der Umsetzung inklusiver Angebote. „Gemeinschaft erleben“ ist schon seit jeher wesentlicher Bestandteil der Kernmarke. Der Landesverband sieht sich dem Gemeinwesen verpflichtet und setzt dies mit klaren pädagogischen und sozialen jugendgemäßen Programmen um. Hier hebt sich das Deutsche Jugendherbergswerk klar von den Interessen kommerzieller Anbieter ab.


Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen

 
Vieles, was für einen inklusiven Aufenthalt nötig ist, ist heute in Jugendherbergen schon vorhanden, denn Jugendherbergen verstehen sich seit jeher als Orte für Gemeinschaft, was auch im Logo mit dem Motto „Gemeinschaft erleben“ zum Ausdruck kommt. Doch die bayerischen Jugendherbergen blicken auch in die Zukunft: seit geraumer Zeit beteiligt sich der Landesverband Bayern im DJH außerdem am Projekt „Reisen für alle“, ein vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördertes Kooperationsvorhaben des Deutschen Seminars für Tourismus (DSFT) Berlin e. V. und des Vereins Tourismus für Alle Deutschland e.V. - NatKo. Kern ist ein bundesweit einheitliches Kennzeichnungssystem, das mobilitäts- oder aktivitätseingeschränkten Personen transparent Informationen zur Ausstattung der Unterkunft zur Verfügung stellt. In ausgewählten bayerischen Jugendherbergen wurden durch externe Gutachter Daten erhoben. Die Angebote sind alle auf der Projekthomepage und unter http://reisen-fuer-alle.jugendherbergen-bayern.de/ abrufbar.
 
Vor Reiseantritt können sich Gäste nun umfassend informieren: Gibt es in meiner Wunsch-Jugendherberge einen Aufzug oder kann ich mich in der Jugendherberge zurechtfinden, auch wenn ich fast nichts sehe? Gäste mit unterschiedlichsten Beeinträchtigungen finden unter den knapp 60 Jugendherbergen in Bayern beste Bedingungen für einen unkomplizierten und angenehmen Aufenthalt. Welche Ausstattungsmerkmale in den Jugendherbergen vorhanden sind, ist im Rahmen des Projekts nun auch offiziell dokumentiert.
 

Jugendherberge Bayreuth – Integrations-Projekt steht in den Startlöchern

 
In Bayreuth entsteht gerade eine ganz besondere Jugendherberge: Dort wird 2017 die erste Jugendherberge Bayerns in Betrieb gehen, die als Integrationsprojekt konzipiert ist. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit Beeinträchtigungen finden hier künftig einen Arbeitsplatz, der auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist und auch für Gäste mit körperlichen Einschränkungen oder Lernschwierigkeiten ist gesorgt, denn das neue Gebäude wird in weiten Teilen barrierefrei gestaltet. So wurde knapp die Hälfte der Zimmer unter Berücksichtigung der Anforderungen von Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen konzipiert. Für den Landesverband Bayern ist das Integrationsprojekt in Bayreuth ein wegweisender Schritt in die Zukunft der bayerischen Jugendherbergen. Die Vielfalt der Angebote – insbesondere für Schülerfahrten – soll allen Gästen zugänglich sein. Deshalb bemühen sich die bayerischen Jugendherbergen in Zukunft verstärkt um einen gleichberechtigten Zugang zu den Häusern und Programmen. Das langfristige Ziel ist eine inklusive Jugendherberge im Sinne einer ‚Jugendherberge für alle‘. Menschen sollen für eine Gesellschaft begeistert werden, in der Unterschiede normal sind.
Neben den geräumigen Zimmern entsteht in der großzügigen Lobby, im Indoor-Sport- und Spielbereich, in den fünf Seminarräumen, auf dem multifunktionalen Sportfeld sowie im großen Außenbereich Raum, um Gemeinschaft mit allen Sinnen zu erleben. Ein Glanzstück des neuen Gebäudes wird das luftige, helle Foyer sein. Mehrere Lounges zu verschiedensten Themen wie Europa oder Sport laden dazu ein, gemeinsam den Aufenthalt zu genießen. Rund eineinhalb Jahre haben der DJH-Landesverband Bayern und die Architekten von LAVA in die Planung der neuen Jugendherberge investiert. Ab 2017 warten dann 45 Zimmer mit modernem Design und zeitgemäßem Komfort sowie neue Außenanlagen und ein neues, nachhaltiges Betriebskonzept auf die Gäste. Bis zu 180 Besucher finden in der neuen Jugendherberge Platz.

 

 

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